Arbeitszeitrechner

Minuten in Dezimalstunden umrechnen: Tabelle, Industrieminuten und Excel

Stundenzettel, Lohnabrechnung und Excel brauchen Arbeitszeit als Kommazahl: 7:45 Stunden werden zu 7,75. Die Umrechnung ist eine Division durch 60. Fehler entstehen an drei Stellen: bei der Verwechslung von 7,30 mit 7:30, beim Zellformat in Excel und beim Addieren gerundeter Werte.

Stundenlohn€optional, für den Lohn

Dezimalstunden

–

–

Industrieminuten

–

–

Minuten gesamt

–

–

Lohn brutto

–

–

Formel: Minuten geteilt durch 60

Eine Dezimalstunde drückt Minuten als Bruchteil einer Stunde im Zehnersystem aus. Die Minuten werden durch 60 geteilt und zu den vollen Stunden addiert. Lohnprogramme, DATEV, Excel und Abrechnungssysteme rechnen mit Dezimalstunden, weil sich diese addieren und mit dem Stundenlohn multiplizieren lassen; Stunden und Minuten im 60er-System lassen sich nicht direkt mit einem Eurobetrag malnehmen.

Dezimalstunden = Stunden + Minuten ÷ 60  |  oder: Gesamtminuten ÷ 60
Zeit (h:mm)RechnungDezimalstunden
0:1515 ÷ 600,25
0:3030 ÷ 600,50
7:427 + 42 ÷ 60 (Tagessoll bei 38,5 h)7,70
7:457 + 45 ÷ 607,75
7:487 + 48 ÷ 60 (Tagessoll bei 39 h)7,80
6:156 + 15 ÷ 606,25
4:25265 ÷ 604,42
2:55175 ÷ 602,92
7:597 + 59 ÷ 607,98

Glatte Werte entstehen nur bei Minutenzahlen, die 60 ohne Rest auf Hundertstel teilen: Vielfache von 3 Minuten ergeben exakte Zwei-Stellen-Werte (3 min = 0,05; 6 min = 0,10; 12 min = 0,20; 15 min = 0,25). Alle anderen laufen auf unendlich viele Nachkommastellen hinaus und werden auf zwei Stellen gerundet; 20 Minuten sind 0,3333… und werden als 0,33 geführt.

Die häufigste Verwechslung: 7,30 Stunden sind nicht 7:30 h, sondern 7 Stunden und 18 Minuten. 7:30 h als Dezimalzahl sind 7,50. Wer im Stundenzettel die Uhrzeitschreibweise mit Komma notiert, verliert bei jeder halben Stunde 12 Minuten.

Umrechnungstabelle für 1 bis 60 Minuten

Die Zeile gibt die Zehner der Minuten an, die Spalte die Einer. 37 Minuten stehen in der Zeile 30 und der Spalte 7 und ergeben 0,62 Stunden. Der Wert für 60 Minuten steht in der letzten Zeile. Für eine vollständige Zeit wird der Tabellenwert zu den vollen Stunden addiert: 8:37 h sind 8 + 0,62 = 8,62.

Minuten als Dezimalstunde, auf zwei Stellen gerundet
Zehner0123456789
00,000,020,030,050,070,080,100,120,130,15
100,170,180,200,220,230,250,270,280,300,32
200,330,350,370,380,400,420,430,450,470,48
300,500,520,530,550,570,580,600,620,630,65
400,670,680,700,720,730,750,770,780,800,82
500,830,850,870,880,900,920,930,950,970,98
601,00

Dezimalstunden zurück in Stunden und Minuten

Die Rückrechnung braucht nur die Nachkommastellen. Die Stunden vor dem Komma bleiben unverändert, der Rest wird mit 60 multipliziert.

  1. Die vollen Stunden vor dem Komma abtrennen: Bei 7,8 sind das 7 Stunden.
  2. Die Nachkommastellen mit 60 multiplizieren: 0,8 × 60 = 48 Minuten.
  3. Das Ergebnis zusammensetzen: 7,8 Stunden sind 7:48 h.
DezimalMinutenDezimalMinuten
0,160,636
0,2120,742
0,3180,848
0,4240,954
0,5301,060

Bei gerundeten Dezimalwerten ist das Ergebnis nur auf die Minute genau: 4,42 Stunden ergeben 0,42 × 60 = 25,2 Minuten, also 4:25 h. Ergibt die Rückrechnung einen Wert wie 25,8 Minuten, wird auf die nächste ganze Minute gerundet (26). Große Summen wie 156,67 Stunden folgen demselben Weg: 0,67 × 60 = 40,2, also 156:40 h.

Industrieminuten auf Stempeluhr und Lohnzettel

Manche Stempeluhren, Terminals und Lohnzettel zeigen keine Minuten, sondern Industrieminuten. Die Stunde wird dabei in 100 Teile geteilt, nicht in 60. Inhaltlich ist das dieselbe Größe wie die Dezimalstunde, nur ohne Komma geschrieben.

Industrieminute
Ein Hundertstel einer Stunde, also 0,6 normale Minuten oder 36 Sekunden. 7:30 h entsprechen 750 Industrieminuten.
Dezimalstunde
Dieselbe Einheit als Kommazahl: 750 Industrieminuten sind 7,50 Stunden. Industrieminuten ÷ 100 = Dezimalstunden.
Normalminute
Die gewohnte Minute mit 60 pro Stunde. Industrieminuten × 0,6 = Normalminuten; Normalminuten ÷ 0,6 = Industrieminuten.
NormalzeitDezimalstundenIndustrieminuten
0:150,2525
0:450,7575
4:254,42442
7:457,75775
8:008,00800

Ein Terminal, das „8,25“ anzeigt, meint 8 Stunden und 15 Minuten, nicht 8 Stunden und 25 Minuten. Die Verwechslung entsteht vor allem beim Abgleich von Lohnabrechnung und eigenem Kalender und erzeugt Differenzen von 10 Minuten pro Tag.

Excel: Uhrzeit mal 24

Excel speichert eine Uhrzeit als Bruchteil eines Tages: 12:00 Uhr ist 0,5, eine Stunde ist 1/24, eine Minute 1/1440. Eine Dauer in Dezimalstunden entsteht, indem der Zeitwert mit 24 multipliziert wird. Im Beispiel steht der Beginn in A2, das Ende in B2, die Pause in Minuten in C2.

ZielFormelHinweis
Dauer am selben Tag=B2-A2Ergebnis im Zeitformat
Dauer mit Schicht über Mitternacht=REST(B2-A2;1)Ohne REST ergibt Ende vor Beginn einen negativen Wert und die Anzeige ######
Netto-Dauer nach Pause=REST(B2-A2;1)-C2/1440Pause in Minuten, 1440 Minuten hat ein Tag
Netto in Dezimalstunden=(REST(B2-A2;1)-C2/1440)*24Zelle als Zahl mit 2 Nachkommastellen formatieren
Dezimal auf 2 Stellen gerundet=RUNDEN(D2*24;2)Nur für die Anzeige, nicht für Zwischensummen
Minuten als ganze Zahl=D2*1440Exakte Basis für Summen
Dezimalstunden zurück in Zeit=E2/24Zelle als [h]:mm formatieren

Erbt die Ergebniszelle das Zeitformat, zeigt Excel statt 8,25 die Uhrzeit 06:00 an, weil 8,25 als Tage gelesen werden und der Tagesrest 0,25 = 06:00 Uhr ist. Das Zellformat muss nach der Multiplikation auf „Zahl“ stehen. In der englischen Excel-Version heißt REST MOD und RUNDEN ROUND; Google Tabellen und LibreOffice Calc verwenden in deutscher Sprache dieselben Namen wie Excel.

Zellformat [h]:mm für Summen über 24 Stunden

Das Standardformat hh:mm zeigt nur den Tagesrest einer Zeit an. Eine Wochensumme von 38:30 Stunden erscheint damit als 14:30, weil Excel einen vollen Tag abzieht. Das benutzerdefinierte Zahlenformat [h]:mm zählt die Stunden weiter und zeigt 38:30.

  1. Die Summenzelle markieren und mit Strg + 1 das Fenster „Zellen formatieren“ öffnen.
  2. Unter „Zahlen“ die Kategorie „Benutzerdefiniert“ wählen.
  3. In das Feld „Typ“ [h]:mm eintragen, für Sekunden [h]:mm:ss.

Die Summe selbst ist in beiden Formaten richtig, nur die Anzeige unterscheidet sich. Wer eine Monatssumme aus einer Zelle im Format hh:mm abliest und abtippt, überträgt den falschen Wert.

Negative Zeiten, etwa ein Minussaldo von −1:30 h, zeigt Excel im Standard nicht an, sondern als ######. Abhilfe schafft eine Rechnung in Dezimalstunden (−1,50) oder die Option „1904-Datumswerte verwenden“ in den erweiterten Einstellungen. Die zweite Variante verschiebt alle Datumswerte der Mappe um vier Jahre und sollte nur in reinen Zeit-Tabellen gewählt werden.

Rundungsfehler in Wochen- und Monatssummen

Die Tabellenwerte sind gerundet. Wer sie addiert, summiert auch die Rundungsfehler. Das zeigt ein Monat mit 20 Arbeitstagen zu je 7:50 Stunden.

Aus gerundeten Werten

7:50 h gerundet sind 7,83 Stunden. 20 × 7,83 = 156,60 Stunden. Das sind 156:36 h und damit 4 Minuten zu wenig.

Aus Minuten

20 × 470 Minuten = 9.400 Minuten = 156:40 h. Erst jetzt umgerechnet: 9.400 ÷ 60 = 156,67 Stunden.

Die Regel lautet: alle Zeiten in Minuten oder in ungerundeten Zeitwerten summieren und die Summe erst am Ende in Dezimalstunden umrechnen. Die Abweichung wächst mit der Zahl der Einträge. Bei 20 Minuten pro Tag (0,33 statt 0,3333…) fehlen nach 220 Arbeitstagen im Jahr rund 44 Minuten.

Ein zweites Rundungsproblem entsteht beim Stempeln selbst. Manche Systeme runden Kommen und Gehen auf volle 5 oder 15 Minuten. Eine solche Regel muss beide Richtungen gleich behandeln; rundet sie Arbeitsbeginn nur auf und Arbeitsende nur ab, fehlt am Monatsende bezahlte Zeit. Vergütungspflichtig ist die tatsächlich geleistete Arbeitszeit.

Stundenlohn mal Dezimalstunden

Der Lohn für einen Tag oder Monat ist das Produkt aus Dezimalstunden und Stundenlohn. Bei 7:45 Stunden und 13,90 € ergibt sich 7,75 × 13,90 € = 107,73 €.

Lohn = Dezimalstunden × Stundenlohn  |  156:40 h × 13,90 € = 156,6667 × 13,90 € = 2.177,67 €